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Was ist Winkelfehlsichtigkeit?

Der Termin beim Augenarzt liegt nur wenige Wochen zurück und die neue Brille wartet beim Optiker darauf, abgeholt zu werden. Dann ist es endlich soweit. Die Erwartungen sind hoch, denn mit der neuen Brille soll nicht nur die Sicht besser werden. Auch stylisch werden an sie Erwartungen geknüpft, vor allem sollen endlich die lästigen Kopfschmerzen verschwinden. Die wurden der alten Brille zugeschrieben, von der man irrtümlich meinte, dass die Gläser nicht mehr die Sehschwäche richtig korrigierten und die Kopfschmerzen auslösen. Doch auch bei der neuen Brille stellen nach kurzer Zeit wieder Kopfschmerzen ein. Auch andere bekannte Symptome treten erneut in Erscheinung, wie zum Beispiel schwere Lieder und leichter Schwindel. Da hilft auch alle Mühe des Optikers nichts, die Brille durch Tauschen der Nasenpads und Biegen der Bügel anzupassen. Eine mögliche Ursache, die kaum jemand kennt: Winkelfehlsichtigkeit! Doch was genau soll das sein und warum hat das der Augenarzt bei der letzten Untersuchung nicht gleichfestgestellt?

Winkelfehlsichtigkeit – was darf sich der Mensch darunter vorstellen?

Was ist Winkelfehlsichtigkeit?Die Winkelfehlsichtigkeit, die synonym mit der Heterophorie gleichgestellt wird, lässt sich objektiv nicht messen und ist daher wissenschaftlich umstritten. Bei einem Routinetermin muss der Patient den Augenarzt gezielt auf die Symptome hinweisen, damit dieser eine mögliche Sehbehinderung durch Winkelfehlsichtigkeit untersucht. Ansonsten bleibt sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit unerkannt. Um zu wissen, was es mit der Winkelfehlsichtigkeit auf sich hat, ist ein grundlegendes Verständnis über das Sehen nötig. Der Mensch hat in der Regel ein paar Augen, die er gleichzeitig benutzt. Diese von der Natur eingerichtete Art des Sehens ist das stereoskopische Sehen. Betrachtet eine Person ein Objekt, dann wird das Objekt auf der Netzhaut eines jeden Auges abgebildet. Allerdings wird im Normalfall das Objekt nicht irgendwo auf der Netzhaut abgebildet, sondern in der Makula. Unter der Makula versteht man die Zone des schärfsten Sehens. Anders ausgedrückt lässt sich sagen, dass bei einem gesunden Menschen das Sehen beider Augen synchron erfolgt.

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Ist das Sehen mit beiden Augen aber nicht synchron, dann wird das beobachtete Objekt nur bei einem Auge in der Makula abgebildet, bei dem anderen Auge nicht. Die Abweichung der Abbildung außerhalb der Makula ist zwar nur gering, für eine Winkelfehlsichtigkeit aber ausreichend. Augenärzte sprechen auch von Heterophorie.

Die Folgen der Winkelfehlsichtigkeit

Jeder Sehfehler hat für die betreffende Person Folgen. Die lassen sich in unmittelbare und in mittelbare Folgen unterteilen. Als unmittelbare Folgen kann man die oben genannten Symptome bezeichnen, die zum Beispiel als Schmerzen wahrgenommen werden. Das können die bereits erwähnten Kopfschmerzen sein. Mittelbare Folgen sind jene, die in weiterer Folge durch den Sehfehler auftreten, zum Beispiel durch Unfälle im Straßenverkehr. Winkelfehlsichtigkeit kann man sich als latentes Schielen vorstellen. Hier liegt auch der Grund, warum bei der Routineuntersuchung durch den Augenarzt die Winkelfehlsichtigkeit in den meisten Fällen nicht immer erkannt wird. Denn bei der Untersuchung der Augen auf Fehlsichtigkeit wird jedes Auge separat untersucht. Zum Beispiel wird zuerst das linke Auge und anschließend das rechte Auge auf eine mögliche Kurz- oder Weitsichtigkeit untersucht.

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Soll eine Untersuchung auf Winkelfehlsichtigkeit erweitert werden, dann muss der Augenarzt das Zusammenspiel beider Augen in den Fokus der Untersuchung rücken. Denn erst unter dieser Bedingung entsteht der Seheindruck, anhand dessen eine Diagnose über eine mögliche Winkelfehlsichtigkeit gestellt werden kann. Laien können wieder die Brücke zum Schielen schlagen, um sich die Untersuchung beim Augenarzt plastisch vorzustellen. Denn beim Schielen fokussiert die Person einen Gegenstand. Allerdings schaut die Person nur mit einem Auge auf den Gegenstand, während das andere Auge daran vorbeischielt bzw. vorbeischaut. So ähnlich verhält es mit der Winkelfehlsichtigkeit, nur dass es hier in einem so geringen Maße passiert, dass es kaum auffällt.

Schielen strengt an

Augen schweben nicht in den Augenhöhlen und sind dort auch nicht einzementiert. Stattdessen ist jedes Auge mit mehreren Muskeln mit unserem Schädel verbunden. Dadurch können wir unsere Augen drehen und in verschiedene Richtungen blicken ohne ständig den Kopf drehen und neigen zu müssen. Die Muskeln werden wie jeder andere Muskel über das Gehirn gesteuert und wie bei einem jeden anderen Muskel erfordert die Bewegung eines Muskels eine Kraftanstrengung. Damit wir unsere Augen nicht ständig mit Muskelkraft in eine Blickrichtung halten müssen, gibt es einen sogenannten „entspannten Zustand“. In diesem Zustand ist die Kraftanstrengung der Muskeln auf ein Minimum reduziert. Befinden sich die Augen in diesem Zustand, sollten sie synchron ausgerichtet sein. Synchron ausgerichtet sind sie dann, wenn der Winkel des Sehstrahls identisch ist. Liegt Winkelfehlsichtigkeit vor, dann muss ein Auge aktiv mit den Augenmuskeln angesteuert werden. Dieses Auge befindet sich daher nicht im Ruhezustand, da die Muskeln angespannt sind.

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Hinweis: Die Winkelfehlsichtigkeit können auch Betroffene unter Umständen selbst wahrnehmen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Blick schnell gewechselt wird. Andere Möglichkeiten der Wahrnehmung sind die bereits angesprochenen Symptome wie Kopfschmerzen und schwere Augenlieder.

Das Gehirn schaut leider mit

Wer abends immer wieder Kopfschmerzen hat oder an sich andere der oben genannten Symptome feststellt, sollte zum Augenarzt gehen und ihn seien Beobachtungen und den Verdacht mitteilen. Denn die Winkelfehlsichtigkeit fällt den meisten Betroffenen aus einem einfachen Grund nicht auf: das Gehirn kompensiert die Winkelfehlsichtigkeit zum Teil. Die visuellen Systeme des Menschen, darunter auch die Augen, sind nicht mit visuellen Systemen von Maschinen vergleichbar. Denn der Mensch entwickelt das Sehen über einen langen Zeitraum und vieles basiert auf der Verbindung von Nervenbahnen. Im Fall von nicht synchron ausgerichteten Augen kompensiert das Gehirn, indem es die Differenz gegenrechnet. Daher fällt Betroffenen die Winkelfehlsichtigkeit kaum auf.

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Wozu soll man zum Augenarzt gehen, wenn das Gehirn korrigierend eingreift?

Die Tatsache, dass das Gehirn die Winkelfehlsichtigkeit kompensiert, sollte niemanden in Sicherheit wiegen. Auf Dauer kann diese Korrektur durch das Gehirn zu einer Überforderung führen und die erwähnten Symptome treten ein. Um das Ermüden des Auges und unangenehme Kopfschmerzen zu verhindern, hilft das Tragen einer Brille.

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Korrektur der Winkelfehlsichtigkeit

Wie bei anderen Arten der Fehlsichtigkeit kann auch die Winkelfehlsichtigkeit mit Hilfe einer Brille korrigiert werden. Das Brillenglas korrigiert dadurch, indem es in eine Richtung stärker wird. Durch diesen Aufbau gleicht das Brillenglas einem Prisma, weshalb Augenärzte und Optiker auch vom prismatischen Brillenglas oder von der Prismenbrille sprechen.

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Einfach mal schnell beim Optiker nachfragen

Viele Optiker bieten einen Test an, bei dem die Winkelfehlsichtigkeit festgestellt werden kann. Bestätigt sich bei dem Test der Verdacht der Winkelfehlsichtigkeit, dann sollte man umgehend einen Termin beim Augenarzt vereinbaren. Mit der passenden Brille sollten Betroffene dann nicht länger unter müden Augen und Kopfschmerzen leiden.

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